Kinderpsychologisches Zentrum

für Legasthenie, ADHS und Familienberatung

Wie lange dauert ein Legasthenietraining?

Diese Frage kann nur auf den individuellen Fall bezogen beantwortet werden („Jedes Kind hat seine Legasthenie“), da sehr viele Faktoren mitspielen (Schweregrad der Legasthenie, Zeitpunkt des Trainingsbeginns, Grad der Frustration des Kindes usw.)

Im Normalfall sollte man mit etwa 2 Jahren rechen. Auch aus diesem Grund ist es wichtig so früh wie möglich mit dem Training zu beginnen, da das Training abgeschlossen sein sollte, bevor das Kind in eine höhere Schule wechselt.

Ist eine normale Deutschnachhilfe ausreichend?

Nein. Mit den üblichen Methoden ist es einem legasthenen Kind nicht möglich schreiben und lesen zu lernen. Für ein Teilleistungstraining ist daher eine spezielle Ausbildung und spezielle Methoden notwendig.

Darüber hinaus zeigen Kinder mit einer länger unerkannten bzw. unbehandelten Teilleistungsschwäche in den meisten Fällen auch psychische Auffälligkeiten wie deutlicher Rückzug und Resignation, aggressives Verhalten, Schulangst und/oder Schulverweigerung, depressives Verhalten usw.

Daher muss ein Teilleistungstraining auch immer die Auffälligkeiten der Psyche (Seele) mitbehandeln – auch dafür ist nur eine speziell ausgebildete Person geeignet.

Die Eckpfeiler des Trainings sind:

  • Die Aufmerksamkeit des Kindes zu erhöhen. Legasthene Kinder sind von dieser Aufmerksamkeitsstörung meist nur im Umgang mit Symbolen – das sind Buchstaben und Zahlen – betroffen. Bei Beschäftigungen ohne Symbole, können die Kinder die Aufmerksamkeit oft über Stunden mühelos halten.
  • Den (oft in den Keller gerutschten) Selbstwert des Kindes wieder aufbauen.
  • Symptomtraining, also Verbesserung der Lese- und Schreibleistung des Kindes. Hier wird der Grundwortschatz der deutschen Sprache mit Ihrem Kind erarbeitet. Beherrscht Ihr Kind die 100 häufigsten Wörter der deutschen Sprache (die, alle, mit, zu,…) reduzieren sich die Fehler des Kindes bereits um 50 %.